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Marktbericht

Baufertigstellungen 2025: Nur 206.600 neue Wohnungen — niedrigster Wert seit 2012

22. Mai 2026
Baufertigstellungen 2025: Nur 206.600 neue Wohnungen — niedrigster Wert seit 2012

Niedrigster Wert seit 2012

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt — 18,0 Prozent oder 45.400 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Das ist der niedrigste Stand seit 2012 und der zweite deutliche Rückgang in Folge: Schon 2024 war die Zahl um 14,4 Prozent gesunken.

Zur Einordnung: In den Jahren 2021 bis 2023 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen noch jeweils bei rund 294.000. Der bisherige Höchststand der jüngeren Vergangenheit wurde 2020 mit 306.400 Wohnungen erreicht. Innerhalb von fünf Jahren hat sich der Wohnungsbau also auf zwei Drittel reduziert.

Fertiggestellte Wohnungen in Deutschland (in Tausend) 306,4 2020 ~294 2021 ~294 2022 ~294 2023 252,0 2024 206,6 2025 Quelle: Statistisches Bundesamt, Baufertigstellungen 2025 (PM 174 vom 22.05.2026)

Rückgang in allen Gebäudearten

Der Einbruch zieht sich durch sämtliche Kategorien des Wohnungsbaus:

  • Einfamilienhäuser: 41.800 fertiggestellt, ein Minus von 23,3 Prozent — der stärkste Rückgang unter den Wohngebäudearten
  • Zweifamilienhäuser: 13.800 Wohnungen, −21,4 Prozent
  • Mehrfamilienhäuser: 109.800 Wohnungen, −18,9 Prozent — bleiben aber zahlenmäßig die mit Abstand stärkste Gebäudeart
  • Wohnheime: 7.200 Wohnungen, −15,1 Prozent

Auch Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden gingen leicht zurück (30.700 Wohnungen, −1,8 Prozent) — allerdings deutlich moderater als der Neubau. Damit bestätigt sich der Trend aus der Baugenehmigungs-Statistik: Bauen im Bestand erweist sich als vergleichsweise stabil.

Privatleute und Osten besonders betroffen

Zwei Befunde stechen in der Detailauswertung heraus.

Privatpersonen ziehen sich zurück. Von den fertiggestellten Neubauwohnungen entfielen 72.300 auf Privatpersonen — ein Minus von 23,7 Prozent. Bei Unternehmen fiel der Rückgang mit −17,8 Prozent (89.500 Wohnungen) geringer aus. Anders gesagt: Der private Häuslebauer hält sich besonders stark zurück. Hohe Bauzinsen, gestiegene Baupreise und allgemeine Unsicherheit treffen genau jene Gruppe, die ein Eigenheim aus eigener Tasche finanzieren muss.

Der Osten bricht doppelt so stark ein wie der Westen. Während die Zahl fertiggestellter Neubauwohnungen im Westen um 16,7 Prozent sank, betrug der Rückgang im Osten 34,3 Prozent. Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei Mehrfamilienhäusern: −13,9 Prozent im Westen gegenüber −38,3 Prozent im Osten.

Die zentrale Spannung: Genehmigt, aber nicht gebaut

Hier liegt die eigentliche Geschichte des Jahres 2025. Während die Baugenehmigungen 2025 erstmals seit Jahren wieder stiegen (+10,6 Prozent auf 238.100 Wohnungen), sind die Fertigstellungen gleichzeitig eingebrochen. Es wird also wieder mehr genehmigt, aber weniger tatsächlich gebaut.

Das Ergebnis ist ein riesiger Bauüberhang: 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen lagen Ende 2025 vor — praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr (759.700). Davon befanden sich lediglich 307.200 Wohnungen tatsächlich im Bau, der Rest ist genehmigt, aber ruht.

Ein weiteres Alarmsignal: 2025 erloschen 35.700 Baugenehmigungen — der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Genehmigungen, die ablaufen, ohne dass gebaut wird, deuten auf Projekte hin, die wegen Finanzierungs- oder Kostenproblemen aufgegeben wurden.

Bauen dauert immer länger

Auch die Bauzeit selbst verlängert sich. Die durchschnittliche Dauer von der Genehmigung bis zur Fertigstellung eines Neubaus stieg auf 27 Monate — gegenüber 26 Monaten 2024 und nur 20 Monaten im Jahr 2020. Seit dem Beginn der Zinswende dauert ein Bauvorhaben also rund sieben Monate länger.

Zugleich hält der Trend zu kleineren Wohnungen an: Eine Neubauwohnung hatte 2025 durchschnittlich 95,2 Quadratmeter Wohnfläche. Der bisherige Höchstwert lag 2007 bei 116,4 Quadratmetern.

Was das für Käufer und Bauherren bedeutet

Das Angebot bleibt knapp. Mit nur 206.600 neuen Wohnungen liegt die Bautätigkeit weit unter dem rechnerischen Bedarf, der je nach Schätzung bei 320.000 bis 370.000 Wohnungen pro Jahr liegt. Der Nachfrageüberhang in Wachstumsregionen dürfte daher bestehen bleiben und Miet- wie Kaufpreise weiter stützen.

Wer ein Bestandsobjekt hat, sitzt günstig. Da Neubau teuer und langwierig ist, gewinnt der Bestand an relativem Wert. Die im Vergleich stabilen Umbau-Zahlen unterstreichen das.

Für Bauwillige bleibt es schwierig. Hohe Baupreise (zuletzt +3,3 Prozent im Februar 2026) und lange Bauzeiten erschweren die Kalkulation. Wer dennoch baut, sollte den Zeitpuffer großzügig ansetzen — 27 Monate sind der neue Durchschnitt, nicht die Ausnahme.

Wer den Quadratmeterpreis für Bauland in seiner Region prüfen will, findet im Bauland-Preisvergleich Werte auf Kreisebene. Für die Frage, was auf einem Grundstück gebaut werden darf, hilft das Bebaubarkeits-Tool.

Methodik

Die Statistik beruht auf den Anfang Mai 2026 bei den Statistischen Ämtern der Länder vorliegenden Meldungen der unteren Bauaufsichtsbehörden. Erfasst werden Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden. Spätere Nachmeldungen können die Werte noch leicht verändern.

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